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Übung 1 Schreiben des Königlichen Consistoriums und Schul-Collegiums der Provinz Sachsen - Magdeburg, den 20. December 1844


 


 
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Schon seit mehreren Jahrzehnten hat man angefangen, die Cultur der
Menschenstimme auch in den Elementarschulen zu einem besonde-
ren Gegenstand der Jugendbildung zu machen, und wir dür-
fen es jetzt wohl als anerkannt voraussetzen, daß ein zweck-
mäßiger Gesangbildungs-Unterricht nicht nur als ein wesent-
liches Stück in den Lehrplan jeder Schule gehöre, sondern auch
für die Verschönerung des Lebens in der Schule, für die Verede-
lung und Erheiterung des häuslichen und bürgerlichen Lebens,
für die Veredelung der Volksfeste, und vorzüglich für die Ver-
herrlichung des öffentlichen Gottesdienstes und für die Belebung
der häuslichen und kirchlichen Andacht von sehr großer Wich-
tigkeit sei.
In dieser Ueberzeugung wurde nicht nur schon seit einer
Reihe von Jahren darauf gehalten, daß in keinem Schulpla-
ne der Gesangbildungs-Unterricht fehle, sondern es wurde
in den Schullehrer-Seminarien auch mit Ernst dafür ge-
sorgt, daß die aus ihnen hervorgehenden Lehrer auch für
diesen Unterrichtszweig die nöthige Ausbildung erlang-
ten, und mit Lust und Liebe zu demselben erfüllt
würden, und viele Schulaufseher widmeten demselben ih-
re besondere Vorliebe und Fürsorge, so daß schon jetzt auch
in unserer Provinz in nicht wenigen Schulen sehr erfreu-
liche Fortschritte gemacht sind, und es nicht an schönen Früch-
ten der bisherigen Bestrebungen fehlt. Wir haben nicht
nur Schulen, in denen die mehrsten Kirchenmelodien
richtig und wohltönend und erbaulich einstimmig aus
dem Gedächtnisse gesungen werden, ja, in denen alle
Schüler der Oberklasse fähig sind, jede nicht zu seltene
Choralmelodie richtig selbst zu intoniren und fehlerfrei
zu singen, sondern auch Schulen, in denen die Kinder
nach













 
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